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1 Jahr, 6 OP´s...ein Fazit.

Über ein Jahr ist nun vergangen, sechs OPs habe ich in dieser Zeit hinter mich gebracht.

Meine Vorstellung von solchen OPs war vorher etwas anders. Auch hatte ich mit weniger OPs gerechnet, ich dachte man würde manche Straffungen miteinander kombinieren. Wie man gesehen hat, waren Vorstellung und die Realität zwei verschiedene Sachen.

Ich habe Schmerzen gehabt, ich habe geweint, war deprimiert. War immer wieder auf Hilfe angewiesen und hatte immer wieder Probleme mit der Wundheilung etc..

Mittlerweile kann ich fast eine komplette Schublade mit Verbandsmaterial und Kompressionswäsche füllen :-)

Es war ein Jahr, das viel für mich verändert hat. Eine Zeit, die wichtig für mich war, ist und immer bleiben wird. Ich bereue nichts, würde das alles wieder tun.

Wenn ich dieses eine Jahr Revue passieren lasse, kommen mir so einige Momente in den Sinn: z.B. das Aufwachen nach der ersten OP. Im ersten Moment habe ich meine Tante gehört, die zufälligerweise auch dort zur gleichen Zeit operiert wurde und kurz vor mir in dem Raum aufgewacht ist. Mir war so schlecht von der Narkose und ich war so fertig. Nach dieser OP wurde ja bei den nächsten OPs eine andere Art von Narkose angewendet. Und daraufhin war ich nach jeder OP relativ fit. Dann, einige Tage nach der ersten Bauch-OP, verschlossen sich die Enden der Narbe nicht, wochenlang trat Lymphflüssigkeit und Blut aus. Das mehrmalige Verbinden jeden Tag, immer wieder die Besuche in der Notaufnahme, das hat mich und mein Umfeld nervlich fertig gemacht.

Ich war immer wieder wochenlang auf Hilfe angewiesen und ich bin eigentlich jemand, der ungern Hilfe annimmt.

Ich kann gar nicht sagen, wie viele Stunden ich in der Notaufnahme und in der normalen Sprechstunde bei meinem Arzt verbracht habe, letztes Jahr.

Nach jeder OP ging der Blick zuerst unter die Bettdecke. Ich wollte ja schließlich wissen, was in den Stunden zuvor passiert war.
Das war bei manchen OPs ziemlich erschreckend.
Bei der Oberschenkel OP hatte ich z.B. gar nicht damit gerechnet, dass beide Beine von oben bis unten inkl. dem Fuß verbunden sein würden. Ich sah wirklich aus wie eine Mumie.

Ich denke auch öfters an das erste und einzige Mal, als ich meinen Arzt im OP-Bereich gesehen habe. Das war vor meiner zweiten OP am Bein, die ja gemacht werden musste, weil ich eine Entzündung im Oberschenkel hatte. Ich lag schon vor dem OP Saal auf einer Liege. Er kam komplett in OP-Kleidung zu mir und fragte mich, ob es mir gut ginge und ich auch nichts die letzten Stunden gegessen und getrunken hätte. Er fragte, ob ich bereit wäre und ob wir jetzt loslegen können. Ich hatte das Gefühl, er wollte mich etwas beruhigen, denn ich war nicht sonderlich gut gelaunt.
Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass das Bein nicht nochmal operiert werden müsste.

Man kann noch so viel vorher darüber lesen, planbar ist nichts.
Sich vorbereiten auf so etwas, ist nur bedingt möglich, man muss Dinge nehmen wie sie kommen und das Beste daraus machen.
Ich hab immer versucht mir vor Augen zu halten, dass jede Komplikation wieder vergeht. Geduld ist nicht meine Stärke, man wird in so einer Situation aber zur Geduld gezwungen.

Dann gab es die Momente, die wirklich gut waren. Die Momente, in denen ich die Ergebnisse sah. Menschen die sich um mich gekümmert haben, sei es in der Klinik oder zuhause. Menschen die nach mir gefragt haben, meinen Blog gelesen haben, mir tolle Dinge geschrieben haben etc..

Ich habe es manchmal sogar geschafft, auch in den eher schlechten Momenten zu lachen oder Witze über mich zu machen. Ohne das, wäre das alles viel schwieriger gewesen. Die Chefarztsekretärin meinte einmal zu mir: "Egal wie dreckig es mir gegangen ist, ich wäre immer gut gelaunt gewesen und hätte immer einen lustigen Spruch drauf.“

Kurz bevor ich Fäden nach der zweiten OP gezogen bekam, gab man mir ein Schmerzmittel zum Trinken. Mein Arzt wollte mich warnen und sagte, es würde schrecklich schmecken…Da meinte ich nur: "Sie haben wohl noch nie die Suppe hier im Krankenhaus gegessen“.

Rein körperlich, nachdem jetzt soweit alles verheilt ist, ist es auf jeden Fall eine große Verbesserung. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich im täglichen Leben weniger durch die Haut „behindert“ bin. Nichts ist im Weg beim laufen, beim Sport. Keine Hautfalten mehr, unter denen sich der Schweiß sammeln kann.

Ich bin unendlich dankbar, dass mir das alles ermöglicht wurde. Das meine Krankenkasse die Kosten übernommen hat. Ich selbst hätte die Kosten nie tragen können.

Jeder in „meinem“ Krankenhause hat mich gut behandelt. Ich hätte mir für das alles kein besseres Krankenhaus wünschen können. In ein paar Monaten werde ich dort noch ambulant eine Korrektur an der Narbe vornehmen lassen und dann war's das.Ich weis jetzt schon das mir der Abschied von allen dort schwer fallen wird und das ich mit Sicherheit einige Tränen vergießen werde.
Ich bin auch jedem in meinem Umfeld dankbar für jede Art von Hilfe und das Verständnis für meine nicht so guten Tage.

Viele wunderbare Menschen, die viel Wunderbares für mich getan haben und denen ich nicht genug “Danke“ sagen kann.
Keinen dieser Menschen werde ich je vergessen!


Natürlich wäre es schön, „normal“ auszusehen, ohne große Narben und einen Körper zu haben, der meinem heutigen Lebensstil entspricht. Aber auch in der plastischen Chirurgie gibt es Grenzen. Ich werde nie einen perfekten, 100 % straffen und sportlichen Körper haben. Ich habe leider zu spät angefangen, an mich und meinen Körper zu denken. Das muss ich lernen zu akzeptieren, was mir schwer fällt. Ich habe einen großen Ehrgeiz entwickelt und bin sehr eitel geworden, das macht es mir oft nicht einfach.
Ich muss mich aber auch an mein neues „Ich“ gewöhnen, denn ich bin nicht mehr annähernd die, die ich noch vor einigen Jahren war. Es ist wie ein neues Leben. Manche Dinge von früher erscheinen mir heute unwirklich, als ob ich sie gar nicht erlebt hätte. Die Frau auf den Bildern von damals, ist heute fast eine Fremde für mich.

Ich sag immer, ich bin meistens "inkognito" unterwegs, da mich viele von früher nicht mehr erkennen. Hat ja auch in manchen Fällen seine Vorteile ;-)

Einige haben nach Rat gefragt, wie man es schafft so viel abzunehmen. Jeder Mensch und jeder Körper ist anders. Was für mich funktioniert hat, muss für andere nicht automatisch auch passen. Den einzigen Rat, den ich habe, ist nicht aufzugeben und an sich zu glauben. Es gibt Tage, an denen kann und will man nicht mehr. Man sollte sich aber immer das Ziel vor Augen halten. Ich habe für mich die Erfahrungen gemacht, dass man an seinen Aufgaben wächst, man mehr durchstehen und erreichen kann, als man denkt! Generell glaube ich aber, das zusätzlicher Sport es einem wesentlich leichter macht. Mich hat es zusätzlich motiviert, Gewichte zu erhöhen, besser zu werden. Ich hab bei meinem ersten Besuch im Fitnessstudio nicht einmal 5 Minuten auf dem Crosstrainer durchgehalten. Heute laufe ich 1 Stunde, wenn ich Lust habe. Ein Leben ohne Sport ist mittlerweile undenkbar. Die Pausen während den OPs und den Heilphasen, waren furchtbar für mich.

Ich weiß, dass es sehr viele Menschen gibt, die auch viel abgenommen haben und mit der überschüssigen Haut leben müssen, weil sie die OPs nicht bezahlen können oder die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, ich bin eine von den ca. 5%, die den Antrag bewilligt bekommen.
Auch da gilt: nicht aufgeben!

Man bekommt einige Absagen, muss aber dran bleiben. Atteste von vielen verschiedenen Ärzten vorlegen, Fotos schicken, ausführlich begründen, warum man diese OP benötigt. Bei einige Ärzten wurde mir sofort gesagt: "Das bekommen sie nicht bezahlt". Ich musste meine herunterhängende Haut ausmessen lassen. Meine Haut wurde abgetastet und fotografiert. Ich musste mir Sachen anhören wie "Es könnte noch schlimmer aussehen".
Es war oft sehr verletzend und demütigend. Aber man muss versuchen, sich solche Aussagen nicht zu Herzen zu nehmen und weiter zu kämpfen. Das bedeutet zwar auch nicht automatisch die Übernahme der Kosten, aber ich hätte mir nie den Vorwurf machen wollen, nicht alles versucht zu haben.

Eine lange Reise geht nun zu Ende. Vor vier Jahren hat sie begonnen. Im ersten Jahr habe ich streng Diät gehalten und 60 Kilo abgenommen, seitdem halte ich mein Gewicht und treibe regelmäßig Sport. Nach einem langen Kampf mit der Krankenkasse, vielen Arztbesuchen, sechs OPs, einigen Komplikationen, vielen schlechten und auch sehr viel schönen Momenten.

Natürlich heißt es jetzt weiterhin durch richtige Ernährung und Sport, Gewicht halten und Körper straffen. Ein paar Muskeln mehr, wären auch nicht schlecht. Wer weiß, was ich in diesem Bereich noch schaffen kann. Also wenn man es genau nimmt, so richtig "fertig" ist man nie .

Und noch eine Sache die mich immer zum Lächeln bringt: Der Pfleger, der mich bei der zweiten Beinoperation zu dem OP-Bereich gefahren hatte, trug einen Button am Oberteil mit der Aufschrift „coole Sau“.
Kurz bevor er ging, sagte ich zu ihm: “Weisst Du was, nach allem hab ich den verdient“.

Ich bin dann mal weg.

Vielen Dank fürs Lesen.

Liebe Grüße
Daniela

18.11.14 08:17, kommentieren

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Wundenupdate

Ich werde immer noch verbunden. Nachdem ich zwei Wochen lang zweimal die Woche etwas zum reinigen der Wunde reingemacht bekommen habe ( Aquacel), darf ich seit gestern die Wunde zweimal täglich ausduschen,danach trockenföhnen und selbst verbinden. Ich muss jetzt nur noch einmal die Woche zur Kontrolle.

Die Wunde ist leider etwas größer geworden.Sie ist aber sauber und in keinster Weise entzündet.Es bildet sich auch schon neue Haut und sie ist dadurch nicht mehr so tief.

Ich kann auch schon wieder aufrecht gehen und gerade liegen. Wirklich gut schlafen tue ich aber leider nicht. Ich brauche oft lange bis ich einschlafe und wache meiste um 4 Uhr nachts auf.

Noch zwei Wochen,dann darf ich meine Bauchbinde ablegen ! Ich zähle die Tage.

7.10.14 10:41, kommentieren